„Finance al dente“ – Der Finanz-Podcast der DWS

„Finance al dente“ – Der Finanz-Podcast der DWS

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00:00:00: Ciao, Finanzragazzi.

00:00:01: Ciao, Enzo.

00:00:02: Hi.

00:00:03: Wir haben uns lange nicht gesehen.

00:00:05: Wir haben uns eine lange Sommerpause gegönnt.

00:00:07: Wie war denn dein Sommer so?

00:00:09: Wie immer toll.

00:00:10: Kein Samaraten, wo ich hin bin.

00:00:12: Lass mich kurz überlegen.

00:00:13: Italien?

00:00:14: Jawohl.

00:00:15: Ja und wie immer viel zu viel gegessen, zu wenig bewegt und viel Spaß gehabt mit der Familie.

00:00:22: Ich war tatsächlich auch in Italien, nicht so lang wie du wahrscheinlich, aber habe einen Abstecher gemacht.

00:00:26: und eine Sache ist mir aufgefallen.

00:00:28: Es gibt unfassbar viele fitte alte Italienerinnen und Italiener.

00:00:32: Was macht ihr denn anders als wir?

00:00:34: Morgens eine Sprezzo-Mittagspasta und abends ein Glas Rotwein.

00:00:39: Zumindest ist das das Rezept von meinen Onkel, der fast neunzig ist.

00:00:44: Okay, guter Onkel.

00:00:45: Und sprecht ihr was?

00:00:46: Also fragt dich dein Onkel nach deinem Job oder interessiert ihn das gar nicht?

00:00:49: Ist das dann nur Familie?

00:00:50: Nein,

00:00:50: das interessiert ihn dann nicht, sondern da geht es um andere Themen.

00:00:53: Oft alte Geschichten der Familie oder wie man jetzt am besten die Tomaten anbaut.

00:00:59: Und natürlich was so, die die lokalen Gerüchte sind.

00:01:01: Okay.

00:01:03: Gerüchte nehme ich jetzt mal als künstlichen Übergang.

00:01:05: Wir müssen ja leider, aber wir müssen nicht leider, weil wir wollen ja über die Märkte sprechen.

00:01:09: Es gibt eine uralte Börsenweisheit.

00:01:13: But remember to come back in September.

00:01:15: Also verkaufe Mai, lass liegen, mach Sommerpause, was wir gemacht haben.

00:01:18: Nicht in der Arbeit, also da lief alles weiter.

00:01:21: Und komm im September zurück.

00:01:23: Wenn ich mir jetzt die Kurse angucke, war jetzt aber kein klassisches Sommerloch, oder?

00:01:27: Nee, und man muss auch sagen, dass selbst historisch gesehen die Regel nicht wirklich gut funktioniert.

00:01:33: Und auch dieses Jahr muss man sagen, hat der Markt einfach weitergemacht.

00:01:37: Schön von Allzeit hoch zu Allzeit hoch.

00:01:40: Und Allzeit hoch zu Allzeit hoch, schwerpunktmäßig, aber USA, oder?

00:01:45: Genau.

00:01:46: Und ich glaube, das ist aber ein wichtiges Thema, Allzeit hoch zu Allzeit hoch in US-Dollar auch.

00:01:50: Also man muss gestehen, wenn man sich jetzt als Euro-Invester das mal anschaut, ist man noch vom Allzeit hoch weiter weg.

00:01:58: Aber ich kauf doch S&P-Fünfhundert.

00:02:01: Das stimmt.

00:02:02: Hab ich nichts von?

00:02:03: Ja, man kauft aber ja die Aktien in Dollar.

00:02:06: Und die steigen dann schön.

00:02:07: Wenn aber zur gleichen Zeit eben der Dollar schwächer wird, also der Euro stärker, dann hat man eben auch negativeren Diethe und die gleicht sich aus.

00:02:15: Wenn wir uns das mal anschauen, der S&P-Fünfhundert, seit Jahresbeginn hat ungefähr zwölf Prozent Rendite gehabt.

00:02:23: Aber wenn man sich anguckt, als Euro-Invester ist man immer noch ein leicht Negativ sogar.

00:02:27: Das heißt, man hat gar keine Rendite gehabt.

00:02:30: Dementsprechend ist es, glaube ich, extrem wichtig, wo man sitzt als Investor, ob man jetzt in Euro investiert, weil am Ende sind ja unsere Kosten, unsere Ausgaben in Euro und nicht in Dollar.

00:02:39: Also Börsenweisheiten würden wir sagen, passt da gar Stufe.

00:02:44: Verkocht?

00:02:46: Ja, also ich glaube, sagen wir es mal so, ich glaube, der Markt hat sich verändert.

00:02:50: Also vielleicht hat Vasi ja mal richtig, aber derzeit kann man das nicht sehen.

00:02:55: Ich erzähle nochmal kurz für unsere Zuhörerpasta-Garstufe, weil das haben vielleicht einige schon vergessen.

00:03:00: Wir sagen ja nach jedem Thema ist das Thema roh, ist es al dente, also im Grunde ich als Französin würde, halb Französin würde sagen ab, oder ist das Thema schon verkocht?

00:03:10: Also hier sagen wir verkocht.

00:03:12: Verkocht.

00:03:13: Man muss auch dazu sagen, die Definition variiert ja dann immer.

00:03:17: Meistens gebe ich schon eine kurze Erklärung, was wir mit verkocht meinen, aber verkocht in dem Sinne stimmt nicht.

00:03:21: Gut.

00:03:23: Aber lass uns nicht zu lange im Sommer und in der Vergangenheit bleiben, sonst träume ich auch wieder nur von Bella Roma und Limoncello Spritz.

00:03:30: Aber apropos Zitronen, lass uns doch mal über die USA reden.

00:03:33: Da war jetzt Arbeitsmarktzahlen nicht so, dass es einen umgeworfen hat.

00:03:39: Wachstum ist auch eher Verhalten.

00:03:41: Also auch im Vergleich zum Vorjahr sind unsere Prognosen jetzt auch eher fast, glaube ich, die Hälfte, wenn ich das richtig erinnere.

00:03:47: Schätzt das mal bitte für uns ein.

00:03:49: Also ich glaube, wir sehen eine Verlangsamung.

00:03:51: Man muss ja einfach sagen, wo kommen wir her?

00:03:53: Die USA ist deutlich stärker gewachsen als das Potenzialwachstum.

00:03:57: Und jetzt sehen wir eine Normalisierung, die Zölle für.

00:04:00: noch dazu, dass wir eine Verlangsamung sehen und vor allem sehen wir eine Verlangsamung auch am Arbeitsmarkt.

00:04:05: Also man sieht dann, dass man eben, gucken wir uns ziemlich wichtige Zahlen an, also non farm payrolls, also wie viele Leute sind, sozusagen außerhalb der Landwirtschaft eingestellt, das schaut man sich jeden Monat an.

00:04:17: Hier sehen wir eine deutliche Verlangsamung und die Arbeitslosengrode steigt langsam.

00:04:23: Es gibt so zwei Diskussionspunkte.

00:04:24: Zum einen kommen jetzt Zölle in die Preise, also wird es doch teurer oder nehmen das sozusagen Unternehmen selbst, also die höheren Kosten und dafür aber entlassen sie mehr Leute oder stellen weniger Leute ein.

00:04:38: Und was wir jetzt gerade sehen, ist so die Frage, okay, sehen wir jetzt die Verlangsamung im Arbeitsmarkt oder sehen wir eine höhere Inflation?

00:04:44: Wir glauben, es wird so ein bisschen eine Mischung aus beiden geben.

00:04:49: Auf Inflation würde ja auch die Fett reagieren.

00:04:53: Wir nehmen heute an einem Montag auf, bis wir ausspielen, wird es eine Fettentscheidung gegeben haben.

00:04:59: Ich baue hier die virtuelle Glaskugel aus.

00:05:01: Was machen wir denn?

00:05:02: Was wird die Fett tun?

00:05:03: Was denkst du?

00:05:04: Und was bedeutet das für die Anleger?

00:05:06: Also unserer Meinung nach wird es einen Cut geben.

00:05:09: Also die Zinsen um twenty-fünf Basispunkte senken.

00:05:14: Der Markt pleist sogar eine kleine Wahrscheinlichkeit ein, dass es mehr sind als im Jahr zwanzig.

00:05:18: Wir glauben aber, es sind im Jahr zwanzig Basispunkte, also null Prozent vom jetzigen Level.

00:05:23: Okay.

00:05:24: Und das ist im Hinblick auf eventuell, was du angesprochen hast, dieses Szenario-Inflation und so, ist es auch ausreichend?

00:05:30: Das geht sich dann, also geht sich aus, kann man ja immer erst hinterher sagen, aber macht Sinn.

00:05:33: Also

00:05:34: die Inflationszahlen waren eigentlich nicht sehr hoch sind, das ist nicht wirklich gestiegen Inflationen, aber die Arbeitslosenquote, wie schon gesagt, steigt leicht.

00:05:43: Die FED hat ja ein duales Mandat.

00:05:45: Das heißt ja im Endeffekt die Inflation, aber auch die Beschäftigung im Lande.

00:05:50: Und natürlich bei schwächelnden Arbeitsmarktmärkten muss die FED auch irgendwie reagieren.

00:05:56: Deswegen ist das absolut in Leim mit unserer Erwartung.

00:06:00: Und wenn das weiter so bleibt, wird die FED auch noch mehr Zinsen senken.

00:06:04: Also wir warten ja bis September nächsten Jahres, dass sie insgesamt fünfmal senkt.

00:06:08: Okay, das ist doch noch ganz ordentlich auch.

00:06:10: Okay.

00:06:11: Dann dazu die Pasta-Garstufe.

00:06:13: Wie sehen wir die USA aktuell?

00:06:15: Also wie siehst du die USA

00:06:16: aktuell?

00:06:17: Also wir sehen die USA al dente, weil man muss sagen, fallende Zinsen helfen grundsätzlich den Märkten.

00:06:22: Wir bleiben bei den konstruktiv.

00:06:24: Das Thema KI wird weiter ausgespielt.

00:06:27: Wir hatten jetzt Themen rund um Einzelunternehmen, die extrem gestiegen sind.

00:06:32: Alle haben vielleicht gesehen, dass Larry Ellison kurzzeitig der reichste Mann der Welt war.

00:06:35: Auch das sind alles KI getriebene Themen und Unternehmensquinder wachsen weiter.

00:06:41: Und ein schwächerer Dollar hat auch Unternehmensgewinn in den USA geholfen.

00:06:44: Das ist insgesamt, glauben wir, dass dieses Momentum, dieser Trend von steigenden Märkten so lange Unternehmen weiterhin Geld verdienen, weil der geht.

00:06:53: Okay.

00:06:54: Lass uns über den großen Teich zurück nach Europa kommen.

00:06:57: Du bist der Italiener, ich bin Halb Französin.

00:06:59: Ich gucke gerade mit etwas Sorge nach Frankreich.

00:07:01: Da ist politisch eine Menge los, wirtschaftlich ist auch so ein bisschen am Schwimmen, sage ich jetzt mal.

00:07:05: Lapida, muss ich mir um mein zweitliebstes Land Sorgen machen?

00:07:09: Musst du nicht, aber was schon verblüffend ist, ich habe immer gehofft, dass sich sozusagen Italien, der französischen Fiskaldisziplin annähert.

00:07:18: Leider haben wir eher Frankreich, die sich der italienischen Fiskaldisziplin annähert.

00:07:23: Denn wenn man sich die Zinsen anschaut, mittlerweile handeln die nicht mehr weit von der Weg.

00:07:28: Wir haben jetzt auch gesehen, dass Fitch ein das erste Downgrade gemacht hat.

00:07:31: Das Ratings, also die Bonität wurde runtergestuft.

00:07:36: Wir haben noch zwei weitere Ratingagenturen sich anschauen werden, aber das ist mittlerweile alles erwartet und eingepreist.

00:07:42: Also wir haben sogar die erste Entspannung gesehen bei den ganz lang laufenden Staatsanleihen in Frankreich.

00:07:49: Das heißt, man muss sich jetzt keine Gedanken machen, dass wir in einer Eurokrise schlittern.

00:07:54: Was aber stimmt ist, man muss natürlich schauen, wie geht es weiter langfristig.

00:07:58: Also wir haben ja auch das Thema Ein Haushaltsdefizit in den USA.

00:08:03: Und wir haben jetzt das Thema Haushaltsdefizit in UK.

00:08:06: Und wir haben das Thema Haushaltsdefizit in Frankreich.

00:08:09: Und ich glaube, das wird langsam zu einer Diskussion, die natürlich irgendwann auch zum Problem werden kann.

00:08:14: Da gibt es ja jetzt auch schon Diskussionen, man müsste sparen, man müsste mal gucken, wie man Kosten optimieren kann.

00:08:20: Jetzt hast du ja aber in Frankreich speziell starke Gewerkschaften, die sofort sagen, sobald diese Diskussion auch nur anfängt, dann streichen wir.

00:08:25: Generalstreik, da geht gar nichts mehr.

00:08:27: Wir legen das Land lahm.

00:08:29: Ist das was, wo man wirklich ein Auge drauf haben muss oder ist es eher so Lärm?

00:08:34: Verstehe ich mir ein Bild?

00:08:35: mal bemühen.

00:08:36: Also diese ganzen Themen, wir haben ja diese ganzen politischen Themen und auch die Verschuldung der einzelnen Staaten.

00:08:42: Ich habe da über so einen Steinmetz, der mit Hammer und Meißel auf so einen Riesenstein einhaut und der haut hundertmal auf diesen Stein und nichts passiert.

00:08:49: Und beim hundert und ersten Mal bricht er in zwei Teilen.

00:08:52: Und man muss sich so vorstellen, wir sind an dem Punkt, wo man auf diesen Stein drauf haut und nichts passiert.

00:08:58: Aber irgendwann kommt der Punkt, bei dem man das eben lösen muss.

00:09:01: Und ich glaube, in Frankreich sind wir auch mit über fünf Prozent Haushaltsdefizit muss gespart werden.

00:09:07: Die Frage ist, wie macht man das?

00:09:09: Weil es eben politisch einfach eine Situation ist, die zurzeit schon lösbar ist.

00:09:13: Muss man einfach sagen, auch der neue Premier Lacour Nuit wird ja weiterhin mit den Mehrheitsverhältnissen leben müssen, die es in Frankreich gibt.

00:09:21: Irgendwann wird der Markt und die sogenannten Bond-Vigilantes, also sagen die Bond-Polizei, wird irgendwann aber darauf aufmerksam und dann wird es meistens erzwungen, bedenken an die Autokrise.

00:09:32: Also ein Auge darauf haben, aber nicht übermäßig besorgt sein und für jemanden, der vielleicht französische Anleihen im Portfolio hat, auch keinen Grund nervös zu werden.

00:09:42: Ich glaube, wie schon gesagt, der Markt hat viel vorweggenommen und eingepreist.

00:09:45: Okay.

00:09:46: Wie ist denn da unsere Pasta-Garstufe?

00:09:48: Ro, Aldente, verkocht?

00:09:51: Ja, also ich würde sagen, sie ist Alldente, in dem Sinne, dass die Kapitalmärkte viel vorweggenommen und eingepreist haben.

00:09:59: Aber natürlich ist es eines dieser Risiken, auf die wir schon genau schauen, ist die gesamte Verschuldungssituation vielerstaaten.

00:10:06: Okay.

00:10:07: Dann fliege ich noch ein bisschen weiter um die Welt.

00:10:10: Wir machen hier heute den großen Rundumschlag, weil wir so lange auch nicht gesprochen haben.

00:10:15: Du warst ja auch in China beruflich nicht privat.

00:10:18: Hast du dir die Militärparade angeschaut?

00:10:21: Ich war eine Woche zu früh, also anders als in Rom, wo ich sozusagen gesehen habe, wie der neue Papst gewählt wurde, war ich in Nebiching, ich habe die Tribüne gesehen.

00:10:32: Ich bin dann hier im Men's Square vorbeigefahren und die Tribünen wurden schon fleißig aufgebaut.

00:10:36: Aber standen keine Raketen

00:10:37: rum?

00:10:37: Nein, für die Parade die Woche drauf.

00:10:41: Also war ein sehr interessanter Trip.

00:10:42: Okay.

00:10:43: Wie ist denn, ich meine ... Ich muss ehrlich aber sagen, ich bin, was China und Chinas Wirtschaft angeht, sehr, sehr weit weg.

00:10:49: Ich höre immer nur wirklich diese Schlagzeilen hier.

00:10:51: Oh, vielleicht zu viele Importe aus China, Preisverfall, deutscher Produkte, die klauen uns alles weg.

00:10:56: Also wirklich sehr, ich sage es jetzt mal für mich, sehr klischeebehaftet.

00:11:00: Wie ist denn dein Eindruck, wenn du da bist, wenn du mit Leuten sprichst, wie ist es im Land für die Menschen mit der Wirtschaft?

00:11:06: Und wie siehst du es aus deiner Brille?

00:11:08: Also als ...

00:11:11: Ich muss sagen, ich schalte vor genau einem Jahr auch schon mal in Beijing.

00:11:15: Und da war die Stimmung sehr negativ.

00:11:18: Das war so inmitten noch die mobilen Krise beim vollen Gange.

00:11:22: Und ich bin dieses Jahr hin mit der Erwartung.

00:11:25: Na ja, China ist ein bisschen besser gewachsen, als sie meisten erwartet haben.

00:11:29: Man hatte Deep-Seek, also man hat gezeigt, man kann doch mithalten bei der KI.

00:11:33: Und man hatte diese riesen Kapazität zu produzieren.

00:11:37: Man denkt nur an die Elektroautos, die jetzt in der ganzen Welt, BYD, was man von da halt anschaut.

00:11:42: Alibaba ist zurück.

00:11:44: Ich bin eigentlich nach China mit der Idee, okay, da ist die Stimmung jetzt deutlich besser.

00:11:49: Und ich muss gestehen, sie war definitiv besser als vor einem Jahr.

00:11:54: Aber sie war doch negativer, als ich von außen jetzt erwartet hätte.

00:11:58: Okay, und kannst du da dann irgendwas festmachen, woran es liegt?

00:12:00: Also, man muss ja sagen, wir sind in einem Markt, der schon deutlich gestiegen ist, der scheint dir irgendwas vorwegzunehmen.

00:12:07: Aber im Land selbst ist man dann noch sehr mit der Mobilinkrise immer noch beschäftigt.

00:12:10: Also, die Preise scheinen weiterhin, auch wenn sehr, sehr viel langsamer immer noch zu fallen.

00:12:16: Man hat dieses ganze Thema... Das ist ein komisches Wort, Anti-Involution.

00:12:20: Das habe ich tatsächlich

00:12:22: noch gar nicht gehört.

00:12:22: Das musst du jetzt mal und vielleicht unsere Zuhörer auch nicht.

00:12:25: Das müsstest du wirklich mal klären bitte.

00:12:26: Also Involution ist sozusagen das Gegenteil von Evolution, also Evolution.

00:12:31: Und Anti-Involution, da geht es darum, dass mittlerweile in der Chinesenwirtschaft viel über Kapazitäten, also da fast so viel produziert und alle haben Produktionskapazitäten und müssen ihre Ware an den Mann und die Frau bringen.

00:12:44: Und das tun sie dann eben über den Preiskampf.

00:12:46: Also wie bei uns die Butterberge früher, wo die Butterpreise

00:12:49: verfallen

00:12:50: sind.

00:12:50: Da sind es halt dann E-Autos oder Maschinen oder einfach Elektrikware etc.

00:12:57: Und das hat zwei negative Nebenwirkungen.

00:13:00: Zum einen bedeutet es, dass Preise weiterhin fallen.

00:13:04: Und wenn Preise fallen, dann ist es... Deflationär, also eine Deflation, was aus vielen Gründen, die wir wahrscheinlich heute nicht mehr schaffen, aber nicht gut ist für eine Volkswirtschaft.

00:13:13: Vor allem aber auch, wenn ich Konsument bin und ich weiß, nächste Woche bekomme ich es billiger.

00:13:17: Dann kaufe ich es nicht.

00:13:18: Dann warte ich wahrscheinlich bis nächste Woche dann kaufe.

00:13:21: Wenn ich nächste Woche bin, denke ich, ich brauche es wirklich diese Woche, weil nächste Woche ist noch mal billiger.

00:13:25: Das heißt, das hat den Konsum auch weitreichende Konsequenzen.

00:13:29: Und muss auch einfach sagen, dass die Industrien an sich immer weniger Marge haben, dass immer weniger Innovation und man ganze Industriefelder sozusagen eigentlich kaputt spart.

00:13:41: Sehr vereinfacht gesagt.

00:13:43: Und jetzt hat auch der Staat eine Anti-Involution-Kampagne gestartet, die dazu führt, dass man eben versucht, über Festsetzungen den Preisverfall in einigen Industrien zu stoppen.

00:13:54: Aber das ist dann das Gegenteil.

00:13:56: Wir reden auch über China.

00:13:57: von freier Marktwirtschaft.

00:13:58: Das heißt, da geht wirklich einfach der Staat rein und sagt so Fixpreise.

00:14:01: Ja, also genau, so hundertprozentig ist es noch nicht klar, wie sie das erreichen wollen, weil es ihnen doch nicht so einfach ist.

00:14:08: Aber die Idee ist, dass man eben sagt, man setzt sozusagen Mindestpreise.

00:14:14: Mal sehen, da gibt es noch andere Ideen.

00:14:16: Da werden wir sicher bei mehr über China hören und mehr sehen.

00:14:19: Das ist sicherlich eines der großen Themen.

00:14:21: Aber insgesamt Was positiv darum war, ist, glaube ich, der Techsektor.

00:14:25: Der wird als sehr, sehr positiv gesehen und die Innovationen, die dort aus dem Techsektor kommen, sollten wir uns auch sehr genau anschauen.

00:14:31: Wir sind da auch weiterhin einigermaßen positiv drauf.

00:14:33: Also, China, würde ich sagen, hat sehr positive, konstruktive Teile und dann einen Teil, der, glaube ich, noch einiges vor sich hat.

00:14:41: Und aus Anlegersicht, also hier wir Anleger in Deutschland, Europa?

00:14:45: Ja, also wir... Wir mögen gewisse Sektorenunternehmen aus China.

00:14:51: Wir würden nicht den pleiten Markt in der Gänze kaufen, sondern wir würden uns einen Teil auswählen, den wir gut finden.

00:14:57: Auch da die Frage, passt da gar Stufe?

00:14:59: China?

00:15:01: Darf es auch differenzieren?

00:15:02: Ja, da würde ich sagen, ist definitiv Alldente, wenn es darum geht, um den Techsektor und einige Consumer Tech, also was Konsumenten angeht, sehr stark.

00:15:14: Aber insgesamt als Volkswirtschaft, glaube ich, hat noch ein bisschen was vor sich.

00:15:19: Aber ist an so einem Punkt, wo man sagt, könnte eigentlich, müsste demnächst wieder losgehen.

00:15:25: Also wir sind einigermaßen konstruktiv.

00:15:27: Aber es ist noch ein bisschen früh.

00:15:28: Weil ich noch ein bisschen hart, so zu sagen, ein bisschen roh auf der Seite.

00:15:31: Halbaldente.

00:15:34: Neue Gerstufe.

00:15:36: Okay, also ich fasse noch mal kurz zusammen.

00:15:38: Wir sagen in den USA.

00:15:40: Die Fett wird die Zinsen senken.

00:15:42: Wir sehen aus jetzt die Tage, ob du da recht behältst oder unsere Pugnosen da recht behalten.

00:15:46: Aber meistens liegt ihr da ja sehr gut.

00:15:47: Das kann ich aus der Erfahrung sagen.

00:15:50: Ansonsten da die Wirtschaft eigentlich okay, kann man sagen.

00:15:54: Frankreich muss man sich als Anleger auch keine Sorgen machen, auch wenn es ein bisschen gerüttelt hat.

00:15:58: Und China hat Potenzial, kann man das so sagen, also durchaus wieder im leichten Aufwind zu sehen.

00:16:04: Ja.

00:16:04: Okay, super.

00:16:06: Dann ... sind wir auch schon am Ende.

00:16:09: Schon rum?

00:16:09: Ja, schon rum, obwohl es wir lange nicht gesehen haben.

00:16:12: Dann danke ich dir und sage

00:16:14: Arrivederci.

Über diesen Podcast

Was bewegt die Aktienmärkte? Wie ordnen die Profis der DWS die Geschehnisse an den globalen Märkten ein und wie positionieren sie sich? Und was sollten Anleger jetzt wissen?

Einmal im Monat servieren DWS-Chefanlagestratege Vincenzo Vedda und Moderatorin Jacqueline Vollmers in „Finance al dente“ ihre Einschätzungen zu den Themen, die gerade die Märkte bewegen.
Neben gehaltvollen, aber dennoch leicht verdaulichen Informationen erwartet die Zuhörer eine originelle Pasta-Garstufen-Bewertung, mit der das Podcast-Duo die besprochenen Themen einordnet: Ist das Thema noch „roh“, bereits „al dente“ oder schon verkocht?

Jetzt reinhören und erfahren, wo sich an Aktienmarkt und Co. Chancen bieten und wo eventuell Vorsicht geboten ist.

Vincenzo Vedda
Vincenzo Vedda ist Chief Investment Officer der DWS (CIO). Ob Aktien, Anleihen oder Währungen: „Enzo“ bringt ein tiefes Verständnis für die globalen Märkte mit, verantwortet den Wirtschafts- und Marktausblick der DWS über alle Anlageklassen und Regionen hinweg und ist darüber hinaus verantwortlich für das globale Portfoliomanagement.

Jacqueline Vollmers
Jacqueline Vollmers ist bei der DWS weltweit für die Webseiten und Videoproduktion verantwortlich. Mit ihrer Leidenschaft, komplexe Themen verständlich zu vermitteln und ihrer Begeisterung für die Finanzmärkte, fühlt sie Enzo im Podcast auf den Zahn und entlockt ihm auch abseits der großen Themen spannende Geschichten.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.dws.com/de-de/

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© 2025 DWS International GmbH
Stand: 15.05.2025

von und mit Jacqueline Vollmers, Vincenzo Vedda

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