00:00:00: Ciao, Finanzragazzi, show and so. Wie geht's dir?
00:00:02: Mir geht's gut,韓-Jagdlin.
00:00:04: Ich hab wieder den Zettel total voll mit Themen.
00:00:07: Ich hoffe, wir kommen durch. Wahrscheinlich reicht das für zwei Podcasts.
00:00:10: Ich möchte mit dir sprechen über den CIO, der dich stattgefunden hat.
00:00:14: Wir müssen schon wieder oder immer noch über die Zölle und die USA reden.
00:00:18: Und ich finde aber, wir sollten auch unbedingt mal nach Europa und nach Deutschland blicken
00:00:22: und da über die Wachstumsaussichten reden und warum das auch nicht nur für Aktien,
00:00:26: sondern auch für Anleihen interessant werden kann. Stichwort 60 Milliarden Euro.
00:00:30: Und außerdem kleiner Spoiler. Wir reden auch noch über deinen Ausflug nach Polen,
00:00:34: wo du einen Roundtable zum Thema investieren oder Investments in Europa begleitet hast
00:00:40: im Rahmen der EU-Industry-Days.
00:00:43: Und Polen hat ja auch noch die Ratspräsidentschaft bis Juli, deshalb waren die ja auch der Hoster.
00:00:49: Gut, ich hatte es in der letzten Folge angekündigt, das bis wir uns wieder sehen,
00:00:52: der reguläre CIO-Days stattfindet, sprich ihr kommt einmal im Quartal zusammen.
00:00:56: Alle Experten weltweit treffen sich aus unserer Firma und ihr redet über eure Prognosen.
00:01:01: Ihr redet über den House-U.
00:01:04: Du sitzt da als Italiener gelassen in der Mitte oder flippst du da auch mal aus?
00:01:08: Also ich eher weniger, aber ich, das ist interessanterweise, bin ich als Südländer
00:01:12: der mit den wenigsten Emotionen bei diesen Diskussionen.
00:01:17: Das war aber eigentlich vergleichweise ruhiger.
00:01:19: Also wir haben eigentlich eine viel größere Diskussion erwartet.
00:01:23: Wir haben über ein, zwei Themen sehr stark diskutiert und an den Wachstum und Inflationszahlen,
00:01:27: also so diese Basis, viel hat überredet.
00:01:30: Aber müssen wir nicht sozusagen diese Unsicherheiten über Trump noch viel stärker in unseren Prognosen aufnehmen.
00:01:37: Wir sind aber jetzt zum Schluss gekommen und da können wir gleich nochmal darüber reden,
00:01:41: dass wir am Ende glauben, dass es so ein Ausgleichsfaktor gibt und dass die schlimmsten Instinkte bei Trump
00:01:49: immer noch ins Raum gehalten werden vom Markt.
00:01:50: Und daher sind eigentlich unsere Prognosen insgesamt eher konstruktiv.
00:01:54: Und warum werden die von Trump? Oder warum glaubt ihr das?
00:01:57: Also ich meine, wenn ich in die Presse verfolge, ist das ja eher oh Gott, oh Gott, oh Gott.
00:02:02: Und dann hat er wieder das gepostet und dann kam mal kurz ein Gericht noch dazwischen
00:02:05: und dann kam ein anderes Gericht dazwischen.
00:02:07: Und da sitzt du so als Laia auch ein bisschen davor und denkst dir so, ich bin raus.
00:02:11: Ja, also kann man total nachvollziehen.
00:02:14: Am Ende, es gibt so ein witziges Akronym zurzeit und das wurde auch schon mal Trump vorgestellt.
00:02:19: Also wenn jemand Zeit und Lust hat, kann er ja mal auf YouTube gehen und googeln "Taco Trade".
00:02:25: Und "Taco" steht für Englisch "Trump always chickens out".
00:02:30: Also kein Essen. Ich dachte, wir reden jetzt über Tank-Basen-Nobel.
00:02:33: Nein, leider nicht. Also wenn hier sowieso nur über Nudeln.
00:02:35: Aber "chickens out" heißt, er zieht am Ende immer wieder zurück.
00:02:39: Was man ja auch bei den Ankündigungen im Liberation Day gesehen hat,
00:02:43: dass am Ende jetzt eine Pause erst mal eingesetzt wurde.
00:02:45: Man hat bei China gesehen, dass am Ende, als sie gesehen hat,
00:02:48: dass die Auswirkungen doch deutlich schlimmer sind als gedacht, auch wieder zurückdreht.
00:02:52: Das heißt, in unseren Prognosen haben wir gesagt, na ja, es kommen auf jeden Fall Zölle.
00:02:57: Also wir warten zum Beispiel, dass sich die Zölle auf US-Einfohren vervierfachen.
00:03:02: Aber das haben wir jetzt eingepreist und darauf unsere Prognosen gemacht,
00:03:06: die glauben nicht, dass es schlimmer wird.
00:03:07: Okay, ihr sagt ja jetzt im Moment 1,2 Prozent Wachstum für die USA.
00:03:13: Das ist jetzt aber auch keine krass beeindruckende Zahl.
00:03:17: Wenn ich klar sage, der tut ja eigentlich, also die Regierung ist ja nicht eher alleine,
00:03:21: die Regierung tut ja eigentlich viel fürs Land.
00:03:23: Müsste da nicht das Wachstum zumindest in den USA stärker sein?
00:03:26: Ja, also zu einem muss man sagen, dass die Zölle vor allem die USA treffen.
00:03:31: Also wenn man sich anschaut, wenn unsere Prognosen angepasst wurden,
00:03:34: muss man sagen, am stärksten haben wir sie in den USA runtergenommen.
00:03:38: Man muss aber so ein bisschen gucken, auf welcher Basis kommen wir.
00:03:40: Also Europa oder Deutschland schätzen wir das Potenzialwachstum.
00:03:44: Also einfach sozusagen der langfristige Durchschnitt aufgrund des Potenzials in der Wirtschaft.
00:03:51: Bei ca. 1 Prozent in den USA sind es 2 Prozent.
00:03:53: Das heißt, wenn wir 1,2 Prozent sagen, sind wir deutlich unter dem Potenzialwachstum.
00:03:58: Und es kommt vor allem über Zölle.
00:04:01: Aber die nächsten zwei Jahre wird schon ein bisschen hin und her.
00:04:04: Also wir haben das erste Quartal, eine sehr negative Wachstumszahl gesehen in den USA,
00:04:08: weil eben doch viele Importe vorgezogen wurden.
00:04:11: Wir sehen jetzt wahrscheinlich im zweiten Fall eine sehr starke Wachstumszahl in den USA,
00:04:15: weil jetzt eben der Gegensetzteffekt passiert.
00:04:19: Und dann muss man sich wirklich anschauen, wie gehen die nächsten Quartale?
00:04:23: Also wir erwarten, dass die nächsten Quartale erst mal schädig werden bis Anfang 26 in den USA.
00:04:27: Aber dass wir bis Ende 26 eigentlich wieder bei den 2 Prozent Wachstum sind
00:04:31: und bei der Inflationsrate, die auch um die zwei etwas höher als 2 Prozent ist.
00:04:36: Und okay, also du sagst, wir haben Bewegung drin, also man muss natürlich auch ein bisschen Trau getroffen haben.
00:04:41: Quartal aber grundsätzlich ist nicht alles im Argen.
00:04:44: Lass uns das mal in unseren Pastagastufenindex legen.
00:04:47: Also ist das roh?
00:04:49: Sind wir noch irgendwie am Anfang, dass wir das begucken müssen?
00:04:51: Oder ist das Alldente oder ist das Thema eigentlich jetzt für dich so latent schon verkocht?
00:04:55: Weil du sagst ja, wir wissen Bescheid.
00:04:57: Also es ist definitiv roh.
00:04:58: Es gibt viele Risiken, es wird auch, glaube ich, viel Volatilität geben im Markt.
00:05:02: Aber am Ende ist, was wir glauben, ist es mehr oder weniger ein Effekt, der über zwei Jahre einmal eingepreist wird
00:05:08: und einmal in den Zahlen zu sehen ist und danach sich wieder normalisiert.
00:05:11: Das ist eine große Annahme, muss man erst mal so gestehen, besonders weil sie auch über zwei Jahre geht.
00:05:15: Okay. Lass uns mal den Blick über den Atlantik werfen.
00:05:18: Da ist auch eine Menge passiert.
00:05:20: Jetzt war mehr zwar gerade bei Trump.
00:05:22: Wir haben den Geschäftsklimaindex gehabt, der sich positiv entwickelt.
00:05:27: Das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal war positiv.
00:05:30: Ihr habt auch die Wachstumsprognosen für Deutschland nach oben angepasst.
00:05:34: Für dieses Jahr bei 0,3 Prozent, also jetzt nicht wahnsinnig viel ehrlicherweise aus meiner Brille,
00:05:39: für 26 bei 1,6 Prozent.
00:05:42: Wir haben ja trotzdem den Faktor, Ungewissheiten, Zölle, was passiert da?
00:05:46: Ich meine, Deutschland exportiert schon auch genug, ne?
00:05:48: Warum seht ihr das so?
00:05:51: Also ich will erst mal anfangen, unsere Annahme für Zölle für Europa,
00:05:54: weil man muss ja sagen, Zölle werden ja von der EU verhandelt.
00:05:56: Deswegen hat man auch gesehen, als jetzt mehr als bei Trump war,
00:06:00: wurde nicht über Zölle gesprochen.
00:06:01: Das ist ganz klar EU-Aufgabe.
00:06:03: Und wir glauben, dass Zölle für die EU bei ca. 12 Prozent landen werden.
00:06:08: Weil, wenn wir bei Zölle nachdenken, muss man sich das drei Kategorien vorstellen.
00:06:12: Es gibt diese 10-Prozent-Zölle.
00:06:14: Das ist wie eine Steuer.
00:06:15: Das macht ja ein bisschen mehr Geld in die Kassen zu spülen.
00:06:18: Und dies auch, glaube ich, nicht verhandelbar aus unserer Sicht.
00:06:21: Und dann gibt's eine industriepolitische Zölle.
00:06:24: Das sind so Zölle wie auf Stahl oder Autos.
00:06:26: Man sagt, wir wollen eigentlich, dass mehr Fabriken in den USA gebaut werden
00:06:30: in gewissen Segmenten.
00:06:31: Und dann gibt's so diese gegenseitigen Zölle,
00:06:34: die auf diesen schönen Schildern gehalten wurden von Herrn Trump.
00:06:40: Deswegen glauben wir eben die, die man verhandeln kann, zum großen Teil.
00:06:44: Deswegen haben wir unsere Pflege 10 Prozent sowieso drin.
00:06:47: Wir glauben, dass Zölle wie auf Stahl oder Autos für die EU gelten werden.
00:06:51: Deswegen im Durchschnitt 12 Prozent.
00:06:55: Und die muss man einpreisen, das ist mein negative Effekt auf Wachstum.
00:06:57: Wir glauben aber, dass der viel größere und positive Effekt ist,
00:07:01: gerade für die nächsten zwei, drei Jahre,
00:07:03: sind halt die Erhöhung der Staatsausgaben.
00:07:05: Besonders für Infrastruktur, aber auch natürlich für Verteidigung.
00:07:08: Also das berühmte Fiskalpaket, diese Milliarde, die immer am Rund steht.
00:07:12: Das heißt, Netto ist das sehr positiv, nicht nur für Deutschland,
00:07:15: sondern auch für Europa.
00:07:16: Und wenn man jetzt sieht, war 1,6 Prozent.
00:07:18: Wenn wir überlegen, Potenzialwachstum, 1 Prozent.
00:07:20: Also unsere Aussage ist, wir sind über Potenzialwachstum in Europa
00:07:24: und der Potenzialwachstum in den USA für die nächsten zwei Jahre.
00:07:29: Okay. Jetzt muss er dieses ganze Geld, ne?
00:07:32: Eine Milliarde muss irgendwo herkommen.
00:07:35: Bekanntermaßen legen Länder dann Staatseinleihen auf,
00:07:37: wenn sie Geld brauchen, weil sie sich ja Geld leihen müssen.
00:07:39: Das drucken sie ja nicht einfach so.
00:07:42: Ich habe die Zahl gelesen, Deutschland muss jedes Jahr 60 Milliarden
00:07:46: neues Geld leihen, um im Grunde dieses Fiskalpaket ins Laufen zu bringen.
00:07:51: Ist schon eine große Zahl, ne?
00:07:54: Also, wenn man erst mal die Zahlen absolut nimmt,
00:07:57: klar ist sie, im Kontext des Kapitalmarkts ist sie aber nicht groß,
00:08:03: also mal eine Zahl zu nehmen.
00:08:05: Die USA hat zurzeit 2,2 Billionen pro Jahr, die sie emittieren.
00:08:11: Deutschland wird um die 110 Milliarden emittieren.
00:08:13: Also für Kapitalmärkte doch einfach zu verdauen.
00:08:18: Hinzu kommt, dass Deutschland sozusagen sich gerade in letzter Zeit
00:08:22: als so ein sicherer Hafen etabliert hat.
00:08:24: Wenn man sich überlegt, gerade durch die ganzen Themen in den USA,
00:08:28: sucht man nach Alternativen.
00:08:30: Und Deutschland hat da sozusagen sich etabliert.
00:08:33: Das heißt, es geht viel Geld auch in deutsche Staatsanleihen.
00:08:36: Also wir sehen da richtig viel als Schluss, ja?
00:08:38: Wir glauben, dass Stabilität dafür, dass wir stabilität sind.
00:08:41: Okay. Also wie unser Bundeskanzler sagte, Germany is back on track?
00:08:43: Absolut.
00:08:44: Na ist doch schon mal was.
00:08:46: Mit einer Einschränkung.
00:08:47: Aha, da kommen wir.
00:08:49: Ich glaube, dass man muss ehrlicherweise sagen,
00:08:50: natürlich brauchen wir jetzt auch Reformen.
00:08:52: Wir brauchen Struktureformen.
00:08:53: Es wird nicht lang, Geld in die Hand zu nehmen.
00:08:55: Dieser Impuls wird verpuffen.
00:08:57: Okay.
00:08:57: Man muss immer überlegen, bei Staatsausgaben
00:09:00: ist die Differenz der Staatsausgaben macht einen Unterschied.
00:09:03: Also wenn nicht mehr Geld ausgeben, als ihm das so vorgibt,
00:09:06: ein Impuls für die Wirtschaft, auch bei hohen Schulden,
00:09:08: wenn ich dann weniger ausgebe als zuvor, ist das ein negativer Impuls.
00:09:11: Okay.
00:09:12: Das heißt, glauben wir, der wird eben abflachen nach den ersten zwei, drei Jahren.
00:09:14: Und danach müssen halt Reformen greifen.
00:09:17: Die ja aber wahrscheinlich auch kommen werden.
00:09:18: Also davon gehen wir jetzt aus dem Fall aus, ja.
00:09:21: Also ihr seid auch längerfristig,
00:09:23: wir reden ja mal eher über 12, 24 Monatsprognosen,
00:09:26: ihr seid aber schon längerfristig positiv für Deutschland oder für Europa.
00:09:29: Absolut.
00:09:30: Und wir wollen ja nochmal über Polen reden.
00:09:32: Aber ich glaube, das war für mich auch nochmal ein Moment,
00:09:35: wo man wirklich die Ernsthaftigkeit sieht in der EU,
00:09:38: die wichtigen Themen angeht.
00:09:40: Stichwort Polen. Lass uns drüber reden. Du warst da. Es ist EU-Ratspräsidentschaft. Es gab diese
00:09:47: Industry Days, Roundtable zum Thema "Investieren in Europa". Nimm uns da mal ein bisschen mit.
00:09:52: Wer kommt da so zusammen? Vielleicht was auch ein bisschen, was ist das in der Übung? Also warum
00:09:57: machen die das? Also man muss sagen, jetzt über die Messe an sich, da kommen natürlich ganz viele
00:10:02: funktionäre Unternehmen und Investoren für die Industrie zusammen. Dieses Jahr in Polen wegen
00:10:09: Ratspräsidentschaft. Ich hatte das Glück sozusagen einem Roundtable bei zu wohnen, das so etwas kleiner
00:10:15: war, wo es vor allem ging, wie können wir mehr Investments in die EU bringen? Also was muss eigentlich
00:10:21: geschehen, damit der europäischer Markt aktaktiver wird? Also für z.B. asiatische Investoren oder
00:10:26: amerikanische. Auch für europäische Investoren. Also man muss sich überlegen, wenn man heute ein
00:10:32: Sparplan macht auf der Aktienseite und man kauft ein Messei-Welt, dann gehen ca. 70% des Investments,
00:10:38: also wenn ich ein Euro Messei gehen, 70 Cent in die USA. Natürlich ist die Frage, wie kriegt man
00:10:43: eigentlich den Sparer mehr dazu, gerade hier in Europa zu investieren? So wie beim Essen. Regional
00:10:48: Anliegen, regional Essen. Ja, man muss aber gestehen, dass man die letzten zehn Jahre mal
00:10:54: zurückschaut, dann hat halt der US-Aktienmarkt eine Doppelsohre, die da gab als europäische Aktienmarkt.
00:10:59: Das heißt, es ist nicht grundlos. Und ich glaube, da ist halt die Frage, wie können wir den Markt
00:11:04: aktaktiver machen, natürlich aber auch von der Rendite her und vom Literisikoprofil
00:11:08: aktaktiver machen. Und da gibt es einige gute Nachrichten aus meiner Sicht. Zum einen haben wir
00:11:13: viel über Geopolitik geredet, wie wir auch die letzten die letzten Mal im Podcast und das ist
00:11:18: erstmal eine Chance für Europa. Eine Chance in dem Sinne, weil wir glauben, dass doch mehr
00:11:23: Überlegungen da sind, zu diversifizieren. Also nicht Amerika aus Verkauf, aber Diversifikation ist
00:11:28: sicherlich ein Thema. Dann haben wir über Vereinfachung gesprochen, gerade bei Regularien,
00:11:32: also Entbürokratisierung wird es ja auch immer gerne genannt. Das war sehr schön zu sehen,
00:11:37: auch wie konkret man Vorschläge hören möchte und dass da wirklich der Wille da ist für starke
00:11:44: Veränderungen. Und das letzte war, also gibt es jetzt diesen geschwungenen Begriff "Savings
00:11:50: in Investment Union". Früher hat mein Kapitalmarkt-Union gesagt, aber wie kann man den Kapitalmarkt
00:11:56: so zusammenbringen, dass für ein Investor es einfach ist, das als ein Block zu sehen und nicht
00:12:01: als ganz viele verschiedene Märkte und Länder. Und auf jeden Fall merkt man, da ist jetzt viel
00:12:09: Druck dahinter. Mein Bild jetzt Veränderung. Aber was ja gut ist am Ende, weil sonst wird
00:12:14: das ja wahrscheinlich nichts werden mit Fokus auf Europa. Wenn du das in unseren Pasta gar stufen,
00:12:19: also Europa, Deutschland, wenn wir das mal so einkreisen, viel Potenzial, so verstehe ich dich,
00:12:26: Investitionen durch die Länder oder durch die Haushalte, ist das roh, ist das alldente oder
00:12:33: ist das schon verkocht? Alldente, in dem Sinne, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ich glaube,
00:12:38: aber die nächsten zweiter Jahre werden absolut wichtig werden für die Weiterentwicklung Europas.
00:12:43: Das ist eine Riesenschance für uns als Kontinent und ich glaube, wir werden sie ergreifen.
00:12:49: Ich möchte noch mal kurz den Bogen zurückschlagen, weil wir haben ja gesagt, ein Teil des Wirtschaftswachstums
00:12:54: kommt einfach aus diesen Staatsinvestitionen. Wir brauchen dafür Anleihen, Bundesanleihen oder halt
00:12:59: auch andere Staatsanleihen. Jetzt ist das Thema Anleihen. Wenn du mit Leuten draußen redest,
00:13:05: reden immer über Aktien und wie kann ich da Geld verdienen? Anleihen ist ein bisschen unsexy oder
00:13:10: fühlt sich für viele ein bisschen unsexy an. Wir reden natürlich auch gleich noch mal über die Big
00:13:14: Seven und die Aktien, aber ich möchte trotzdem auf diesen Anleihenmarkt kommen. Der ist sehr groß,
00:13:19: da sieht es im Moment auch spannend aus. Kannst du uns da noch mal so ein bisschen ein Background?
00:13:23: Also ich weiß nie, ob ein Anleihenmarkt wirklich sexy werden kann, aber wir glauben,
00:13:27: dass es ein Grundbaustein in jedem Portfolio sein sollte. Wir haben ja gerade auch Anfang des
00:13:34: Jahres gesagt, Diversifikation ist extrem wichtig und wir werden gleich schon mal über Diversifikation
00:13:39: innerhalb des Aktienmarkts reden und die Aktie bleibt unerlässlich als fundamentaler Teil eines
00:13:46: jeden Investments unserer Meinung nach. Aber Anleihen bieten jetzt eben wieder Rendite. Man darf
00:13:50: einfach nicht vergessen, bis die Fed und die ECB, also bis die Zentralbanken wieder Zinsen angehoben
00:13:56: haben, gab es ja Nullzinspolitik. Das heißt, man hat überhaupt keinen Zinsen verdient. Und jetzt
00:14:02: trotz der Zinssenkung sehen wir weiterhin aber vernünftige Renditen auf der anderen Seite. Hinzu
00:14:08: kommt, haben wir gerade gesehen, es werden auch mehr Anleihen gegeben werden. Wir mögen
00:14:13: Unternehmensanleihen besonders, gerade die mit hoher Bonität, weil man einfach sagen muss,
00:14:17: man kann sehr gute Renditen erwirtschaften, die im Vergleich zu Aktienrenditen jetzt deutlich
00:14:21: näher beinahe sind. Wir machen ja auch Prognosen über die nächsten zehn Jahre im Kapitalmarkt.
00:14:26: Und ich habe davorhin gesagt, also wenn man sich den US-Aktienmarkt angeschaut hat, die letzten
00:14:31: zehn Jahre, fast 13 Prozent Rendite und mehr oder weniger Null auf der Anleinseite. Jetzt sehen
00:14:37: wir eher so bei 6-7 Prozent auf der Aktienseite mit, je nachdem, wo man sich bewegt, aber 3-5
00:14:43: Prozent im Anleinmarkt. Das heißt, man ist deutlich näher dran und deswegen glauben wir,
00:14:48: dass dieser Segment sehr attraktiv ist. Das heißt also für Anleger, die jetzt vielleicht nur
00:14:52: aktuell nicht in den Aktienmarkt reintrauen, die können tatsächlich das Geld vielleicht vom
00:14:56: Kopfkissen wegnehmen und mal über das Thema Anleihen nachdenken mittlerweile wieder.
00:15:00: Ja, sicherlich. Nicht trotz, will ich noch mal sagen, das Beste ist wirklich,
00:15:05: diversifiziertes Portfolio zu haben und das geht über Anlageklassen hinweg. Also nur Anleihen
00:15:11: ist unserer Meinung nach nicht genug, gerade wenn man längerfristig denkt. Nur Aktien ist
00:15:17: sicherlich schon mal ganz langfristig, denkt auch gut, aber wir glauben, dass derzeit eben,
00:15:20: wenn man die Mischung aus Rendite und Risiko sieht, das Beste Verhältnis in einem sozusagen
00:15:25: Multiesser-Portfolio zu finden ist. Okay, gut. Lass uns trotzdem nochmal kurz über Aktien sprechen.
00:15:31: Wir haben das letzte Mal schon kurz gestreift, das Thema Berichtssaison, also dass die Unternehmen
00:15:37: ihre Zahlen berichten, ihr mit denen auch sprecht, ihr durch das alles anschaut. Jetzt ist die Berichtssaison
00:15:41: für diese Zeit erst mal um. War da noch irgendwas Spannendes? Also ist da noch irgendwas, wo du sagen
00:15:45: würdest, ja, das ist für unsere Finanzraggazie spannend? Also ich glaube zum einen muss man sagen,
00:15:50: dass das erste Quartal gezeigt hat, dass das Gewinnwachsum in den USA weiterhin extrem hoch ist,
00:15:54: insbesondere bei den großen Tech-Werten, also den glorreichen 7. Die haben jetzt um die um die
00:16:01: 30 Prozent Gewinnwachsum im ersten Quartal gehabt. Wir erwarten ja, dass sich das immer normalisiert
00:16:06: auf 15 Prozent in unseren Zahlen, also das war noch deutlich drüber. Hinzu muss man sagen,
00:16:10: dass sie diese riesen Investments in Datenzentren für die KI etc. etc. auch weiterhin bestätigt haben.
00:16:15: Das war also eine große Angst. Investieren die jetzt weniger aufgrund der Unsicherheiten und
00:16:19: haben letztes Jahr besprochen, das sind ja über 300 Milliarden, die da investiert werden sollen,
00:16:23: also diese Zahlen geht weiter. Vielleicht noch eine Sache bei den Gewinnwachstum. Europa sieht
00:16:30: jetzt erst mal, wenn man sich die Zahl anschaut, deutlich niedriger aus, 1 Prozent Gewinnwachsum
00:16:35: im ersten Quartal. Wenn man das sagen über den Jahresvergleich anschaut, dann wird man denken,
00:16:40: oh je, haben wir da ein Problem. Man muss aber so ein bisschen ein paar Sachen berücksichtigen,
00:16:44: unter anderem ein schwacher Dollar führt erst mal zu drei bis vier Prozent weniger Gewinnwachstum in
00:16:50: Europa, das ist das eine. Und zum anderen muss man sich natürlich mal anschauen, sowas wie Energiewerte
00:16:55: oder den Autosektor, bei dem man natürlich weiß, also der Ölpreis war sehr niedrig, die haben
00:17:01: weniger verdient und der Autosektor ist ja so ein Fall für sich in Europa. Wenn man das mal raus
00:17:06: rechnen sieht man aber weiterhin sehr solides Gewinnwachstum, also wir bleiben da sehr positiv.
00:17:11: Habt ihr da eine besondere Branche im Auge, wo ihr sagt, die halten wir für Potenzialstock oder die
00:17:16: ist gerade auch vielleicht spannender, passiert viel? Also ich würde sagen, es sind zwei Segmenten,
00:17:19: die wir ganz gut finden. Zum einen mögen wir sozusagen Small Caps, also kleinere, kleine
00:17:25: große Unternehmen in Europa, weil wir glauben, die sind einfach sehr, sehr günstig und wir sehen
00:17:32: jetzt, dass die ersten Zeichen, du hast ja gerade angesprochen, GFK, Evo, also die ersten Daten,
00:17:37: die positiver werden. Wenn sich auch die Exportdaten anguckt, sieht man schön, das ist eine sehr breite
00:17:42: Erholung auf der Exportseite, also es ist nicht US-getrieben, oder nicht nur US-getrieben,
00:17:47: sollte ich sagen. Das heißt, die sind besonders günstig. Das heißt, wenn wir sagen, es gibt
00:17:52: eine Erholung im Industriezyklus, sind das sehr definitiv ein Segment, das wir mögen. Der zweite
00:17:58: ist, ist der globale Gesundheitssektor. Der hat zwar einen sehr schwierigen Start gehabt, der hat
00:18:03: jetzt nicht so unfassbar gut sich gezeigt, oder? Wenn man mal sieht, wenn man über KI denkt, wenn man mal
00:18:09: eine Innovation auf der Biotech-Seite denkt und man sieht, wie viel Innovation in diesem Sektor steckt,
00:18:14: glauben wir weiterhin, dass das ein sehr attraktiver Sektor ist, bei dem wir durchaus mehr Gewinnwachstum
00:18:19: sehen werden und auch viel Innovation. Und dass es eher ein defensiver Sektor ist, das hilft.
00:18:25: Also auch da ein bisschen für die Risiko-Ausgewogenheit auch. Passt da gar Stufenindex zum Thema Aktienmarkt?
00:18:34: Du kannst dir definieren, ob du sagst global oder für eine besondere Region? Also ich würde sagen,
00:18:41: insgesamt sind wir wahrscheinlich Alldente. Wir sind jetzt, wir erwarten natürlich in den nächsten
00:18:45: zwölf Monaten noch positiver Renditen. Und besonders in Europa glauben wir, sehen wir weiterhin
00:18:52: größere Chancen. Das heißt, wir haben Übergewicht in unserem Portfolio für europäische Aktien.
00:18:57: Damit, wie wir sagen, Alldente, wir sind auf einem guten Weg. Okay, prima. Dann freue ich mich, weil
00:19:02: ich mache demnächst Urlaub in Europa. Dann scheint da ja alles in Ordnung zu sein. Absolut. Sehr schön.
00:19:06: Geht bitte viel Geld aus, wir brauchen Konsum. Das ist meine kleinste Übung. Dann war es das schon
00:19:13: wieder. Ich danke dir ganz herzlich, Enzo. Danke dir. Liebe Finanzragazie, wir sagen Arrivederci. Bis zum
00:19:18: nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Dank dir.