00:00:00: Hallo Enzo. - Hallo Jacqueline.
00:00:02: Wir haben uns lange nicht gesehen.
00:00:04: Wir haben das letzte Mal gesprochen Ende März,
00:00:07: dann waren Osterferien.
00:00:08: Es ist eine Menge passiert.
00:00:10: Zölle rauf und runter, Aktien rauf und runter.
00:00:13: Wir haben einen neuen Bundeskanzler, wir haben einen neuen Papst.
00:00:17: Und ich kann fast sagen, du warst fast überall live dabei.
00:00:21: Wie geht's dir?
00:00:22: Ach ja, mir geht's gut.
00:00:25: Es waren sehr turbulente Zeiten, auch sehr turbulente Ferien,
00:00:28: muss man sagen.
00:00:29: Es war zufällig in den USA,
00:00:31: während Liberation Day auch in New York.
00:00:34: Das heißt, du habtest schon live mit erlebt.
00:00:37: Und das Glück auch, in Drum gewesen zu sein,
00:00:39: an den Tag in dem der Papst gewählt wurde.
00:00:42: Aber du hast nicht mitgewählt? - Nein.
00:00:44: Wie ist die Stimmung in den USA?
00:00:46: Du warst ja sowohl geschäftlich, wenn ich das richtig in Erinnerung hab.
00:00:50: Wie war's, wie erlebst du's vor Ort?
00:00:53: Ich glaub, die Stimmung, wir haben ein geteiltes Land.
00:00:56: Ich glaub auch so geteilt ist die Stimmung.
00:00:59: Das merkt man auch in ganz vielen Gesprächen.
00:01:02: Wenn man Richtung Südstaaten geht,
00:01:04: definitiv doch immer noch Trumpland.
00:01:07: Das heißt viel Unterstützung für Trump,
00:01:09: aber eben auch viele Fragezeichen und Kritik.
00:01:12: Entsprechend, will man sagen, in den Gesprächen,
00:01:16: das widerspiegelt, was auch der Markt widerspiegelt.
00:01:19: Wir hatten ja jetzt auch 100 Tage Trump.
00:01:22: Wurde in den Medien auch viel berichtet.
00:01:25: Ich hab in der FAZ gelesen,
00:01:27: 100 Tage Börsenbilanz mit Trump, eine Katastrophe.
00:01:30: Der S&P ist 8 % im Minus.
00:01:32: Das haben nur zwei Präsidenten in der Nachrichtszeit
00:01:36: geschafft, eine schlechtere Bilanz zu haben.
00:01:38: Klingt dramatisch, ist es das auch?
00:01:41: Ich glaub, erst mal muss man sich fragen,
00:01:43: wie wichtig ist eigentlich die Aktienperformance
00:01:46: für die Beurteilung eines Präsidenten?
00:01:49: Aber jetzt aus rheiner Marktsicht stimmt erst mal die Statistik.
00:01:53: Man muss aber sagen, als er natürlich im November gewählt wurde,
00:01:56: hat das eine Riesen-Rally ausgelöst.
00:01:59: Dementsprechend muss man schon sagen,
00:02:01: dass wir jetzt zwar seit der Inauguration,
00:02:04: sicherlich keinen großen Performance hatten,
00:02:07: aber seit November sieht es doch ganz gut aus.
00:02:10: Aber ich glaube, es hat doch keiner erwartet,
00:02:13: was das für eine wilde Zeit wird.
00:02:15: Ich glaub, die 100 Tage jetzt waren vor allem
00:02:18: durch die Strategie "flatt the zone",
00:02:20: wir kennen das, die Strategie,
00:02:22: einfach extrem viel auf einmal machen,
00:02:25: so das System überfordern.
00:02:27: Und man sieht es mit über 140 Executive Orders,
00:02:30: sicherlich der Präsident mit den meisten Executive Orders
00:02:34: in den ersten 100 Tagen.
00:02:35: In einer sehr kurzen Zeit dann auch tatsächlich.
00:02:38: Und einige haben die Märkte bewegt
00:02:40: und einige wahrscheinlich auch gar nicht.
00:02:42: Aber alles möchtest du dabei von Strohhalm,
00:02:44: die jetzt wieder aus Plastik sein müssen,
00:02:47: zu sehr, sehr hohen Zöllen für China.
00:02:49: Genau, Stichwort, sehr, sehr hohe Zölle für China.
00:02:52: Zölle für andere Länder auch.
00:02:54: Ich meine, die erste Zollzahl für China mit 145 Prozent,
00:02:58: das ist fast ein Handelsembargo.
00:03:00: Jetzt ist es ausgesetzt, man nähert sich wieder an,
00:03:03: weil wahrscheinlich auch Trump seinen US-Amerikanern
00:03:08: keine Lehrerinregale zumuten möchte.
00:03:11: Schätzt das noch mal oder gibt uns mal
00:03:13: ein bisschen noch mal eine Einschätzung und Überblick?
00:03:15: Weil es war jetzt, es war viel Aufregung,
00:03:18: es war viel Aufregung im Markt.
00:03:19: Man hat dann gelesen, in einem Tag
00:03:21: irgendwie Milliarden wurden an der Börse vernichtet,
00:03:24: dann ging es noch mal runter,
00:03:25: dann ging es aber auch schon wieder ein bisschen hoch.
00:03:28: Was heißt es denn wirklich für die Wirtschaft
00:03:30: und was heißt es aus einer Anlegerwicht?
00:03:32: Also ich glaube, es führt mir da dem Markt
00:03:34: auf zwei Ebenen beurteilen.
00:03:37: Die erste ist sicherlich, was machen Zölle mit den Märkten,
00:03:40: was machen Zölle mit Wirtschaftswachstum?
00:03:42: Und da muss man einfach sagen,
00:03:44: wir hatten jetzt, also selbst in unseren Prognosen,
00:03:49: sehen wir doch eine sehr, sehr starke
00:03:50: Erhöhung der Zölle insgesamt.
00:03:52: Und Zölle sind wie eine Steuer,
00:03:54: die übrigens von US-Bürgern bezahlt wird,
00:03:56: im Normalfall, denn wenn sie anfällt,
00:03:58: wird sie von US-Unternehmen bezahlt, die importieren.
00:04:01: Und Steuern sind erstmal negativ für Gewinner
00:04:03: und negativ für Gewinnwachstum.
00:04:05: Und das muss man irgendwie in den Zahlen verarbeiten
00:04:07: und im Schwerchen haben wir auch unsere Prognosen angepasst.
00:04:10: Aber das heißt, im Grunde tut sich Trump
00:04:14: und seiner Wirtschaft gar keinen Gefallen,
00:04:15: indem er Zölle erhöht, weil er sagt ja,
00:04:17: ich mach das für uns, für die Amerikaner,
00:04:20: wir haben da was von.
00:04:21: Wenn ich dich jetzt höre, ist das ja eigentlich das Gegenteil.
00:04:24: Ja, ich glaube, wir können nochmal reingehen,
00:04:27: was versucht denn, die Trump-Regierung zu machen?
00:04:30: Wir haben uns lange überlegt, was ist der Sinn dieser ganzen Zölle?
00:04:34: Und die Trump-Regierung verfolgt drei Ziele.
00:04:36: Und unsere Meinung ist, dass diese drei Ziele
00:04:38: definitiv nicht gut für die Konjunktur sind.
00:04:40: Also wir haben uns wachstumszahrend für die USA
00:04:43: sowohl für 25 als auch für 26 untergenommen.
00:04:46: Da kommen wir auch gleich zum Antrag.
00:04:48: Da kommen wir gleich, sogar so, dass es unsere Meinung nach
00:04:50: einen schlechteren Effekt auf die US-Firtschaft hat,
00:04:52: als zum Beispiel auf die europäische Wirtschaft.
00:04:54: Also entsprechend würde ich dem zustimmen.
00:04:57: Ja, also was Trump macht, ist für die Konjunktur
00:04:59: zumindest für die nächsten Jahre nicht gut.
00:05:02: Die Idee von Trump bei den Zöllen war ja sowas zu sagen,
00:05:06: ich habe drei Blöcke.
00:05:08: Block Nummer eins ist 10 Prozent für alle.
00:05:11: Und 10 Prozent für alle ist fast so,
00:05:12: aus den Steuereinnahmen zu generieren für das Land.
00:05:15: Also wir wissen, die USA ist ja auch verschuldet,
00:05:17: muss irgendwie Geld sparen.
00:05:19: Trump hat ja auch einige Versprechen gemacht,
00:05:21: was Steuern angeht, zum Beispiel, dass man überstunden,
00:05:24: nicht mehr versteuert, dass man Trinkhälter nicht mehr versteuert.
00:05:27: Entsprechend muss das Geld irgendwo herkommen.
00:05:29: Und eine Idee ist, dass Zölle dazu führen,
00:05:32: dass man Einnahmen erhöht.
00:05:35: Ich glaube, der einzige Drückschluss, der da herrscht,
00:05:37: ist, dass Trump irgendwie sagt, dass andere diese Steuern zahlen.
00:05:40: Und ich glaube, hier ist es klar, dass das Unternehmen
00:05:42: in den USA die Steuern zahlen wird.
00:05:44: Also durchaus auch einmischer.
00:05:47: Der zweite Punkt ist Industriepolitik.
00:05:48: Der heißt, es gibt gewisse Sektoren,
00:05:50: da möchte ich gern, dass das in die USA zurückkommt,
00:05:54: dass die Produktion zurückkommt in die USA.
00:05:56: Und dann denken wir an 25 Prozent Zöllen auf Stahl,
00:05:59: auf Autos, auf Semis, Semikontakt, das Chips.
00:06:05: Das ist eher Industriepolitik.
00:06:07: Da glauben wir, dass ein Teil davon kann man wegverhandeln.
00:06:09: Siehe UK, die dürfen jetzt ihre Autos wieder liefern,
00:06:13: und zwar toll frei.
00:06:15: Aber für einige Staaten ist das nicht möglich.
00:06:19: Und last but not least haben wir sozusagen diese "resty progle",
00:06:22: also diese gegenseitigen Zölle, die ausgesprochen wurde.
00:06:25: Und da glauben wir, das ist der volle Verhandlungsspielraum,
00:06:28: die können auf Null gehen.
00:06:30: Und so haben wir auch unsere Zollprognosen aufgebaut.
00:06:32: Aber selbst bei dieser doch Annahme,
00:06:35: wo das Zölle deutlich runtergehen von dem,
00:06:37: was an Liberation Day angekündigt wurde,
00:06:40: haben wir noch ziemlich starken Einfluss.
00:06:42: Zölle auf US-Importe gehen von ca. 3,3 Prozent auf 14 Prozent
00:06:47: nach unserer Malung.
00:06:48: Sehr ordentlich.
00:06:49: Du sagst es ja, am Ende geht es an die Verbraucher.
00:06:52: Wahrscheinlich gehen auch Preise hoch.
00:06:54: Es war jetzt zum Beispiel auch so, dass Tim Cook,
00:06:56: also der Konzernchef von Apple ja gesagt hat,
00:06:59: er geht davon aus mit den verhängten Importzöllen,
00:07:02: dass die Mehrkosten bei iPhones um 900 Millionen steigen.
00:07:08: Das ist eine wahnsinnig große Zahl.
00:07:11: Aber Apple ist ja auch ein sehr großer Konzern.
00:07:14: Ist das jetzt was, wo man sagt,
00:07:16: OO-Achtung, also auch bei der Geldanlage?
00:07:19: Ich finde es hier gar keine Anlageempfehlungen
00:07:22: auf einzelne Titel logischerweise.
00:07:24: Aber ist das was, wo du sagst, ja,
00:07:25: da muss ich auch aus einer Sektoren-Sicht
00:07:28: vielleicht ein Auge drauf haben?
00:07:29: Oder sagst du, ja, 900 Millionen ist viel Geld.
00:07:32: Aber Apple ist ein großer Konzern.
00:07:35: Ja, also ich glaube, zum einen zeigt es erst mal,
00:07:37: was ich gerade gezeigt oder gesagt habe,
00:07:39: was Kosten entstehen und diese Kosten
00:07:42: entweder vom Verbraucher getragen werden
00:07:44: oder halt vom Unternehmen und damit die Gewinnmaßes senkt.
00:07:47: Das ist bei Apple noch nicht ganz klar.
00:07:49: Aber vielleicht die 900 Millionen mal
00:07:52: in Kontext für Apple, also 100 Millionen,
00:07:53: natürlich eine riesige Zahl.
00:07:55: Aber Apple macht 400 Milliarden Dollar Umsatz,
00:07:59: also 400.000 Millionen Umsatz.
00:08:02: Und 900 Millionen ist sozusagen
00:08:05: jetzt der Einfluss, den Zöller haben werden.
00:08:07: Und das am Ende auch für Unternehmen,
00:08:09: dass natürlich das iPhone wird zu großen Teilen
00:08:12: und viele Zulieferte in China gefertigt.
00:08:15: Also sagen wir mal, da wo auch die höchsten Zöller anfangen.
00:08:18: Dementsprechend muss man sagen, kann man da schon sagen,
00:08:21: ja, hat ein Einfluss, aber jetzt auch nicht so,
00:08:24: dass man sagen muss, Apple oder andere Aktien,
00:08:26: also als das nicht repräsentativ für den Sektor,
00:08:30: bis ins Urgar-Weiterhin sehr positiv auf den Sektor.
00:08:32: Okay, weil letzten Endes ist ja auch,
00:08:35: wir haben es ja jetzt schon kurz gesagt,
00:08:36: es ist ja Bewegung drin, Zölle China sind ausgesetzt
00:08:38: mit UK, gibt es eine Einigung, die EU und die USA unterhalten sich.
00:08:42: Also da ist ja der letzte Satz noch nicht gesprochen.
00:08:46: Da geht es bestimmt noch ein bisschen hin und her.
00:08:48: Und da werden wir wahrscheinlich auch in den nächsten Folgen
00:08:50: immer noch mal drauf zurückkommen,
00:08:51: weil ich glaube ehrlicherweise nicht,
00:08:53: dass wir, wir haben jetzt Mitte Mai im Juni sagen werden,
00:08:57: ja, ist alles erledigt und alles wird gut, oder?
00:09:00: Nee, also wir glauben, dass es weiterhin sehr buddhertil bleibt.
00:09:03: Und wir sehen es ja auch immer wieder,
00:09:05: dass immer wieder neue Ankündigungen kommen.
00:09:07: Ich glaube aber, dass eine Sache hat sich gezeigt
00:09:10: und die war in der, sagen wir, in der ersten Runde
00:09:13: der Buddhertilität noch nicht ganz klar.
00:09:14: Und zwar wurden ja in Liberation der Diszölle angekündigt
00:09:18: und der Markt hat sehr, sehr stark reagiert,
00:09:22: also ohne alle Details zu gehen, aber da gab es ein paar Tage,
00:09:24: die dann doch sehr besorgniserregend waren, auch für die USA.
00:09:27: Und das einzig Gute an der ganzen Episode ist,
00:09:31: dass wir gesehen haben, dass Trump reagiert hat.
00:09:33: Also in der Industrie sagen wir, der Trump putt.
00:09:36: Also putt nutzt man, um sich abzusichern normalerweise.
00:09:39: Also haben wir so sagen, die Absicherung des Marktes durch Trump.
00:09:42: Was bedeutet, wenn es sehr schlimm wird,
00:09:44: wird er reagieren und auch seine Entscheidung zurückdrehen,
00:09:47: wenn er das muss.
00:09:48: De facto hat er das ja mit China jetzt auch gemacht.
00:09:51: Und das ist erstmal eine gute Nachricht,
00:09:54: weil das war immer unsere, das haben wir letztes Mal besprochen,
00:09:56: unsere Kernannahme ist, dass der Markt Trump disziplinieren kann.
00:10:01: Und das haben wir am Ende gesehen, deutlich später,
00:10:04: als wir das falsch alle dachten, aber am Ende des ist passiert.
00:10:07: Aber trotzdem haben wir ja gesehen,
00:10:09: dass ausländische Investoren seit Anfang März
00:10:12: ungefähr 83 Milliarden Dollar
00:10:15: aus dem amerikanischen Aktienmarkt rausgezogen haben,
00:10:17: vor allen Dingen europäische.
00:10:20: Ist es jetzt aus deiner CIO-Sicht etwas, wo du sagst,
00:10:23: klar, und auch wir als Assetmanager achten darauf,
00:10:25: du musst eine gewisse Risikobalance ja auch haben.
00:10:27: Also man kann natürlich immer sagen,
00:10:29: ja, wenn es Shepard Ruhe bewahren,
00:10:31: also weil es geht erfahrungsgemäß,
00:10:33: also wenn man merkte, sich auf lange Sicht anguckt,
00:10:35: geht es tatsächlich meistens wieder hoch.
00:10:37: Aber man reagiert ja trotzdem.
00:10:39: Würdest du jetzt sagen, das war eine Entscheidung,
00:10:41: die war nachvollziehbar, war es zum Teil einfach zu viel Panik mache
00:10:46: und man hat halt an diesen Trump-Put dann doch nicht geglaubt?
00:10:49: Oder wie siehst du das?
00:10:50: Also ich glaube, man muss immer das den Kontext setzen,
00:10:53: wo kommen wir eigentlich her?
00:10:54: Und im Januar haben wir nur über die USA gesprochen
00:10:59: und die Einmaligkeit der USA,
00:11:01: die Einmaligkeit in der Innovationskraft,
00:11:04: im Wirtschaftswachstum, also das war nur USA.
00:11:06: Es ging ja soweit, dass Kollegen in den USA mir mal gesagt haben,
00:11:10: dass Europa nur noch ein schöner Ort ist, um Urlaub zu machen,
00:11:12: aber nicht, um zu investieren.
00:11:14: Das sieht jetzt nicht so anders aus vielleicht.
00:11:16: Ja, aber das war glaube ich auch "Hey Willkommen".
00:11:19: den MSI Erwält oder sowas schaut, waren 75 Cent von jedem Euro der MSI Erwält gegen 75
00:11:24: Cent in die USA. Und ich glaube, was sich jetzt geändert hat, gerade als internationaler Investor
00:11:29: ist zu sagen, ja vielleicht 75 Cent hoch. Das heißt aber nicht, dass wir gegen Null gehen. Im Gegenteil,
00:11:35: die USA ist weiterhin der größte Kapitalmarkt, hat weiterhin die innovativsten Unternehmen und
00:11:42: starke Unternehmen, aber die Frage schon, man muss sich diversifizieren, besonders als nicht
00:11:47: amerikanischer Investor. Und ich glaube, das haben wir jetzt angefangen zu sehen. Die Zahlen hören
00:11:54: sich immer sehr groß an, aber im Kontext dessen, was bewegt wird, war das jetzt nicht riesig. Es kam
00:11:59: vor allem aus Europa, also die meisten europäischen Investoren haben ein bisschen Geld zurück nach
00:12:04: Europa gebracht, weil sie, glaube ich, gesehen haben, okay, hier kann man jetzt auch guter
00:12:08: Renditen erwirtschaften. Das heißt, aber noch nicht so, dass man eine globale Bewegung gesehen
00:12:12: hat, die sich jetzt komplett irgendwie USA aufgibt. Und ich glaube, da muss man eine gute Balance halten,
00:12:18: weil wir werden es nicht ohne den US-Markt machen. Wir glauben aber auch, dass es relativ gesehen
00:12:22: Europa jetzt sehr attraktiv ist und auch durchaus besser performiert als die USA. Okay. Zölle und
00:12:29: die USA würde ich gerne mal geben in unsere Pasta-Garstufen-Bewertung. Ist das Thema noch roh,
00:12:35: al dente oder kannst du vergessen, ist schon verkocht? Also es ist definitiv noch roh. Die
00:12:42: Komplexität der Lieferketten ist so hoch, dass, glaube ich, noch keiner anschätzen kann, was das
00:12:47: wirklich bedeutet, wenn man von 3,5 proze, 3,5 prozenten Zölle auf 14 Prozent geht. Das werden
00:12:53: wir sehen. Wir sind auch nicht, ob irgendwo Engpässe da sein werden und erst die nächsten
00:12:58: Monate werden wirklich zeigen, was der Einfluss ist. Wir haben jetzt natürlich Prognosen erstellt,
00:13:03: aber die ersten Zahlen kommen erst in den nächsten Monaten. Okay. Also da werden wir ein Auge
00:13:10: drauf haben, vor allen Dingen ihr als anlegende, als Portfoliomanager, wir aber auch hier in
00:13:16: unserem Finance-Al dente Podcast ganz sicher. Du hast es vorhin schon kurz angesprochen. Wir
00:13:21: haben unsere Prognosen angepasst, wir haben uns Dinge angeschaut. Das ist ja auch das,
00:13:25: was ich jetzt als Anleger oder als Interessierter auch erwarte von einem Asset-Manager, dass der
00:13:30: nicht sich das anschaut und sagt, oh, so ein spannender Schat hier und haben Sie schon mal das
00:13:34: betrachtet, sondern ihr hattet auch ein Ad hoc-CIO-Day. Ich erkläre mal kurz, was ein CIO-Day
00:13:39: bei uns ist. Also normalerweise trefft ihr euch ja einmal im Quartal, die Experten, in einer virtuellen
00:13:45: Konferenz, weil weltweit alle zusammenkommen, also nicht nur hier in Frankfurt, 150 Experten
00:13:50: ungefähr liefern ein, ihre Meinungen, ihre Expertise. Wir haben ja viele Experten für einzelne Sektoren,
00:13:56: für Regionen, für Aktienbereiche etc. für Anlagen und dann bildet ihr diese berühmte Hausmeinung,
00:14:05: wo wir dann am Ende raus kommunizieren, wir sehen den DAX da, wir sehen Wirtschaftswachstum für die
00:14:11: USA oder für China dort. Jetzt habt ihr gesagt, okay, wir können offensichtlich nicht einfach hier
00:14:16: sitzen und warten, was passiert oder auf unseren nächsten zyklischen Quartals-Weises-CIO-Day warten,
00:14:23: sondern ihr hattet ein Ad hoc-Day. Wie war es denn so? War es harmonisch? Alle waren sich einig,
00:14:30: man hat so schnell die Zahlen geändert oder war auch ein bisschen Dynamik in der Diskussion?
00:14:35: Ja, also wir haben sonst ja auch mal ziemlich viel Dynamik in der Diskussion, weil ich glaube, wie
00:14:39: du zurecht sagst, alle liefern ein, aber am Ende geht es dann darum wirklich alle nochmal anzuhören
00:14:44: zu gucken, wer hat eigentlich die stärksten Argumente für welcher View und wie passen diese
00:14:49: ganzen Prognosen eigentlich auch zusammen in unser Weltbild. Also normalerweise versuche ich
00:14:56: z.B. Ad hoc zu vermeiden, weil wir haben mal eine Analyse gemacht mit dem Team und Ad hoc,
00:15:01: z.B. sind normalerweise sehr schlecht für unsere Prognosequalität, weil es meistens dazu führt,
00:15:07: was man sich vom Moment mitnehmen lässt und dann eben Prognosen doch durch diese Brille der
00:15:13: Volatilität oder der schwerwiegenden Veränderung vornimmt. Deswegen haben wir auch etwas gewartet,
00:15:21: bis wir auch die Pause hatten bei den Zöllen, um zu verstehen, wie geht es eigentlich weiter und
00:15:27: haben dann doch sehr kontrovers diskutiert in der Runde. Man kann sich vorstellen, da gab es dann
00:15:33: von Szenarien von, das war es mit den USA und die Geopolitik hat sich neu geordnet, bis zu
00:15:41: der Chauter-Markt durch, im Endeffekt ist Zölle eine Einmalanpassung und in einem Jahr redet kein
00:15:47: Mensch mehr über Zölle, müssen wir halt einfach eine Variable anpassen und dann können wir weiter
00:15:53: machen. Wie das immer so ist, glaube ich, haben wir uns dann in einem Szenario, für den Szenario
00:16:01: entschieden, was sagt, Zölle werden definitiv ein Einfluss haben, auch Gewinne werden,
00:16:07: weniger werden, aber alles in Maßen. Also ich mache das Beispiel vom S&P 500 für die USA,
00:16:14: da waren wir 6300, da sind wir auf 5800 gegangen, sind 500 Punkte weniger, hört sich erstmal viel
00:16:20: an, aber man sieht, dass da auch einfach die Gewinnerwartung etwas runterkommt, aber nicht in
00:16:26: dem Ausmaß, an dem vielleicht andere jetzt erwarten würden und zum anderen haben wir ein
00:16:32: bisschen die Bewertung untergenommen, weil wir gesagt haben, na ja, wir kommen auch von der Bewertung,
00:16:35: in der sozusagen die USA unbesiegbar war und jetzt hat sie vielleicht ein paar Schwächen.
00:16:40: Bewertung heißt? Bewertung heißt sozusagen Kursgewinnverhältnis in dem Fall, also guckt
00:16:44: sich an, wie viel Gewinn macht ein oder alle Unternehmen im Index und wo stehen die Kurse und
00:16:50: dann wird das im Verhältnis gesetzt und das nennen wir Bewertung und je nachdem wie gut oder wie
00:16:57: schlecht wir auch die Zukunft bewerten und das heute würden wir die daran passen.
00:17:00: Du hattest ja vorhin schon am Anfang nochmal erläutert, dass ihr es in eurem View auch für
00:17:07: nicht positiv haltet, also nicht positiv mit den Zöllen, das ist Zölle gibt es ja klar,
00:17:11: aber dass das auch eine Rezession auslösen kann. Jetzt haben wir an den Märkten tatsächlich
00:17:16: diese, wie man so schön im Englisch sagt, V-Shap-Erholung gesehen, also es ist krass runtergegangen,
00:17:21: es hat sich aber auch schon sehr stark wieder erholt. Ist es denn jetzt dann wieder alles gut,
00:17:27: also kann ich jetzt mal durchatmen, schlittern wir Deutschland, Europa oder die USA in eine
00:17:33: Rezession, muss man dann Augenmerk darauf haben, habt ihr auch eure Bruttoinlandspognosen dahingehend
00:17:38: angepasst? Also wir haben unsere Bruttoinlandspognosen runtergenommen für die Welt, wie gesagt auch
00:17:43: besonders für die USA. In den USA halten wir eine Rezession für möglich, also wir sagen es 50/50
00:17:52: zur Zeit, aber es wird halt eine leichtere Rezession, also wir gehen nicht von einer sehr starken
00:17:57: Rezession aus, man kann sogar sagen, man spielt es sogar nur technisch, also man gibt es gewisse
00:18:01: Definitionen, aber es wird halt nicht so sein, dass man sagt, es wird ein zusammenbrechenden
00:18:06: Konjunktur geben. Das ist glaube ich wichtig, weil das ist natürlich für die Prognose extrem wichtig,
00:18:11: das heißt vor allem wächst die USA deutlich weniger, als sich die wachsen können, Europa wächst
00:18:17: weniger, als es hätte wachsen können und China wächst auch deutlich weniger, als es hätte wachsen
00:18:21: können aufgrund dieser Zölle. Wenn wir uns aber dann die Märkte angehen, wie shape recovery hast
00:18:28: du schon gesagt, also schönes V, wir glauben, dass das mittlerweile schon eine sehr positive und
00:18:35: rosige Ansicht der Märkte ist, weil ich gesagt habe, ich glaube so richtig, weil es noch keiner wie
00:18:40: viele Einfluss die Zölle haben werden und was es für die Konjunktur bedeutet, wie viele Umfragen
00:18:44: in den USA, die eher negativ sind, also wir glauben es ist noch nicht über den Berg, wir glauben,
00:18:49: dass noch einiges an Volatilität ansteht, um wir glauben aber, dass wir ungefähr, also bei den
00:18:55: Aktienmärkten sind wir ungefähr da, wo wir glauben, dass wir im März nächsten Jahre stehen
00:18:58: werden. Okay, das heißt aber auch dazwischen kann noch einiges passieren. Richtig. Sowohl nach oben
00:19:03: als auch nach unten ehrlicherweise. Okay, jetzt war ja auch die berühmte Berichtssaison, das heißt
00:19:08: Unternehmen haben ja immer ihre Zyklen, wo sie ihre Zahlen kommunizieren, das war jetzt gerade für
00:19:13: viele Unternehmen wieder der Fall. Was habt ihr dafür? Ich meine ihr seht ja nicht nur die Zahlen und
00:19:18: ihr hört ja nicht nur die Berichte, sondern die Portfoliomanager treffen ja auch tatsächlich
00:19:20: Unternehmen, weil wir ja auch in Unternehmen investieren. Wie ist denn da so die Resonanz? Also
00:19:25: wie sehen die Auftragslagen, wie sehen die Planungssicherheit? Vielleicht kannst du da noch mal
00:19:29: so ein paar Sätze aus wirklich aus eurem Erleben erzählen, das ist ja auch immer spannend. Also
00:19:33: erst muss man sagen, dass die schon eine gute Gewinnsaison für die Unternehmen, also man hat
00:19:39: jetzt keine großen Probleme, also in der Breite keine großen Probleme. Aber ist ja schon mal richtig
00:19:44: zu sagen. Ich glaube nach vorneblickend ist es schon so, dass viel Unsicherheit ist. Also das Wort
00:19:49: Zölle und das Wort Rezession wurde deutlich mehr genannt, also manche haben dann Statisting
00:19:54: darüber wie oft jetzt in diesen, in diesen, gibt es ja Conference Calls, in den die CEOs und CFOs,
00:20:02: die Vorstände sagen, die Zahlen vorstellen, aber es ist deutlich höher gewesen und dass diese
00:20:08: Unsicherheit sieht man dann auch daran, welchen Ausblick Unternehmen geben. Und da muss man sagen,
00:20:13: in Europa ist der Ausblick dann doch etwas eingetrübt jetzt, einfach nur aufgrund der Zölle. Was uns
00:20:18: aber glaube ich beschäftigt ist, dass wir doch aus eigenem Grad produzierenden Unternehmen hören,
00:20:23: dass sie sich jetzt die Lieferkette genauer anschauen müssen und gucken, wie sie diese diversifizieren.
00:20:27: Und das ist eben etwas, was so nicht ganz klar ist, was es bedeutet und ob das mit mehr Kosten
00:20:33: einhergeht oder nicht. Ich fasse das nochmal kurz zusammen. Also wir haben schon eine leichte
00:20:40: Erholung an den Märkten gesehen, sind aber nicht 100 Prozent überzeugt, dass da komplett Ruhe
00:20:44: einkährt, weil halt auch ein paar Gegebenheiten noch nicht so ganz klar sind. Trotzdem keine starke
00:20:50: Rezession zu erwarten. Lass uns das auch nochmal in unserer Pasta-Garstufen-Bewertung nehmen. Wo
00:20:57: sind wir mit der Wirtschaft? Ich würde sagen, also mit der Wirtschaft ist das glaube ich komplett
00:21:04: auf eine falsche Region, man schaut aber mit dem Kapitalmarkt, wenn ich das jetzt mal kurz umdeuten
00:21:08: darf, sind wir glaube ich alldente, weil wir glaube ich ungefähr da sind, was wir glauben auch fair
00:21:13: ist in den nächsten zwölf Monaten, gegeben aller Unsicherheiten und aller Chancen, die wir mag sehen.
00:21:18: Okay, du super. Damit würde ich fast schon zum Ende kommen wollen. Schon vorbei. Ist schon vorbei.
00:21:28: Also wir sagen, Zölle beschäftigen uns weiter. Wir wissen nicht so ganz genau, also wir wissen
00:21:35: es nicht ganz genau, weil es einfach zu viele Faktoren gibt, um zu sagen, wir haben hier auch
00:21:38: offensichtlich keine Glaskugel stehen, sondern nur eine schöne Pflanze, um zu sagen, das wird's werden.
00:21:45: Da muss man schon immer noch ein bisschen Auge drauf haben. Trotzdem keine starke Rezession,
00:21:51: also auch nicht so, wovon man wirklich als Anleger Angst haben muss, aber vielleicht eine gewisse
00:21:54: Balance zu bewahren. Würdest du das so mitgehen? Ja, also ich glaube, ich würde sagen, in so einem Markt
00:22:01: mit vielen Unsicherheiten ist Diversifikation das Gebot der Stunde. Okay, dann erst mal vielen Dank.
00:22:09: Danke schön. Ich kann dir erzählen, dass jetzt ab jetzt wir mit unserem Podcast auch auf Spotify
00:22:16: und iTunes zu finden sind, also vielleicht ein bisschen einfacher zum Zuhören für den einen oder
00:22:20: anderen. Dann danke ich dir für das Gespräch. Danke unseren Zuhörern fürs Zuhören. Bleiben
00:22:26: Sie uns gewogen oder bleibt uns gewogen, erst viel nudeln und wir analysieren die Märkte weiterhin.
00:22:32: Vielen Dank, Schöckling.
00:22:34: [Musik]